Angekommen in einer anderen Welt

Kolumne Zürichsee Zeitung, Oktober 2014

Die knapp 19 Stunden lange Busfahrt von San Jose (Costa Rica) nach Tegucigalpa (Honduras) war geprägt von der beeindruckenden Vielfalt an Grünpflanzen in verschiedenen Grössen und Farbtönen. Nebst der unberührten Vegetation passierten wir aber auch abgeholzte Landstreifen, was neben dem vielen herumliegenden Abfall das Bild etwas trübte. Die Allgegenwärtigkeit von äusserst bescheidenen Lebensumständen, wurde mir bereits auf dieser Fahrt vor Augen geführt und regte mich zum Nachdenken an. Ich bekam das Bild einer Realität, welche für uns in der Schweiz schwer vorstellbar ist.
Bevor ich mit meiner Tätigkeit als Begleiter von Akteuren verschiedener Menschenrechtsgruppen beginnen konnte, musste ich eine fünf Tage dauernde Schulung absolvieren. Es wurden der politische Kontext und die verschiedenen Organisationen, welche wir begleiten, vorgestellt sowie die Sicherheits- und Verhaltensregeln erläutert. Trotzdem konnte ich bereits an meinem ersten Tag aktiv sein und die im Rahmen des Nationalfeiertags durchgeführte Demonstration des FNRP (Frente Nacional de Resistencia Popular) begleiten.

Diese oppositionelle Front, die erstmals weite Teile der sozialen Bewegung im ganzen Land vereinte, formierte sich nach dem Putsch des Präsidenten Zelaya im Juni 2009. Seit ihrem Gründungstag leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung und setzt sich für eine konstitutive Versammlung ein, um Honduras via einer demokratisch legitimierten Verfassung neu zu gründen.

Militärhubschrauber überwachen den Demonstrationszug beim Einmarsch am parque central

Militärhubschrauber überwachen den Demonstrationszug beim Einmarsch am parque central

Die Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle und wurde von einer beeindruckenden Anzahl und Vielfalt an Personen besucht. Abgeschlossen wurde sie mit einer enthusiastischen Rede von Zelaya auf dem Hauptplatz in Tegucigalpa. Es herrschte eine hohe Militär- und Polizeipräsenz, welche von Flugmanövern einiger Armeejets und -hubschraubern begleitet wurde. Nicht zuletzt erhielt jeder Bürger eine SMS des Präsidenten Juan Orlando mit dem er zum Nationalfeiertag gratulierte.

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